IMG_6276_2Ich habe in einigen BLOG-Beiträgen bereits häufiger darüber geschrieben was es tiefergehend bedeutet, wenn wir uns unglücklich fühlen oder in Angst und Stress sind. Zumeist sind wir erstmal im Widerstreit zu unserer Realität. Wir wollen also etwas anderes, als das “was gerade ist” und das macht sowieso schonmal Stress (vgl. auch Vortrag von Prof. Gerald Hüther “Glücksgefühle” auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=zW1U-JUl7tg).

Statt inne zu halten und ersteinmal anzunehmen, was ist, verdrängen wir, was wir nicht sehen oder fühlen wollen. Manchmal greifen wir dann zu einem Ersatz. Essen, rauchen, arbeiten…egal. Jedes Mittel ist recht, Hauptsache Ablenkung. Ein somit schnell zu Sucht führender Prozess, wenn wir uns nicht hinterfragen. Und Sucht beinhaltet “Suche”.

Nach was suchen wir also? Das Glück scheint im Aussen zu liegen. So suggeriert uns ja auch die Werbung ständig, dass eine neue Anschaffung glücklich macht. Im eigenen Heim, in einem schönen Auto oder einer Karriere scheint also das Glück zu liegen. Und wenn das dingliche  Glück dann “abgenutzt” ist, dann suchen wir etwas Neues, an das wir unser Glück hängen können. Wir erschöpfen uns darin. Eine neue Errungenschaft verursacht sicherlich Freude und das ist schön und darf sein, aber Glück?

In einem anderen Fall von unglücklich, wütend, ängstlich u.ä. sein, werden wir durch “Auslöser und Trigger” an etwas erinnert, dass in uns unbewusst noch mit Angst, Traurigkeit, Stress oder anderen negativen Emotionen verbunden ist und wir nicht wirklich geheilt, sondern nur irgendwo innerlich verdrängt/geparkt haben. Absolut menschlich übrigens und daher an sich ersteinmal völlig normal. Ein Überlebensmechanismus.

In diesem Fall verhält es sich so, dass wir im Augenblick des ursprünglichen Erlebens etwas nicht fühlen wollten/konnten, weil es uns zu heftig und gefährlich vorkam oder völlig überfordert hätte. Dann legen wir dieses Erlebnis irgendwo ab, gehen in die Wut oder Verleugnung um “zu überleben”  und wollen nicht mehr daran erinnert werden.Das gelingt auch zumeist eine Weile.

Wir vergessen/verdrängen es. Oft erst Jahre später tauchen diese Ereignisse wieder auf, aber nicht unbedingt direkt, sondern in Form einer Projektion auf Situationen oder andere Menschen. Ohne es zu merken, steht uns eine vermeintlich im Aussen auftretende Situation/Person zur Verfügung, damit wir uns mit dem erkennen, was wir irgendwann “weggelegt/geparkt” haben. Es liegt an uns, ob wir es annehmen oder erneut einen “Deckel drauf legen”.

Wir wollen unseren emotionalen Ballast nicht an- oder zurücknehmen und “zerschlagen” manchmal unbewusst oder unachtsam den Spiegel im Aussen, statt sich ihm zu stellen und anzunehmen, was er uns zeigen möchte um heil und ganz zu werden. Wir verleugnen dann diese Emotionen und weisen sie von uns.

Dauerhaft führt dieses unbewusste Vorgehen allerdings nicht zum Erfolg. Anders damit umzugehen, dürfen wir lernen.

Die harte Schale oder der Widerstand führen irgendwann dazu, dass man sich leer und ausgebrannt fühlt. Und auch der im Aussen angesammelte Reichtum, das brave Rennen im Hamsterrad, das Auto oder andere Dinge verlieren ihre Bedeutung, er-füllen die innere Leere nicht mehr und wir verlieren manchmal dann sogar das, was wir lieben oder dachten zu brauchen. Was wir nicht in uns haben, kann auch nicht bleiben.

Innere Fülle wird dauerhaft äussere Fülle nach sich ziehen und innerer Mangel, den äusseren Mangel. Diesen inneren Mangel können wir nur zeitweise mit äusseren Elementen füllen. Dauerhaft gesehen werden wir hinspüren müssen, wo und mit welchem Denkkonzept er entstanden ist und ihn dort ausheilen.

Innere Fülle bedeutet also auch dann bei sich selbst zu sein und sich anzunehmen in guten und schlechten Zeiten. Eine nicht immer leichte Aufgabe.

Sich selbst ein guter Zuhörer zu sein und der Stimme des Herzens zu lauschen, insbesondere in Phasen des “vermeintlichen” alleine Seins nicht von sich zu weichen. Doch wie geht das, wenn wir es nicht gelernt haben? Wie geht es, diese Selbstfreundschaft zu leben und sich zu erkennen und zu lieben? Im ALL-EINs-SEIN liegt tatsächlich der Schlüssel. Und in einem echten Austausch mit einem Menschen, der Dich achtsam spiegelt, wenn Du an den Stellen um Reflexion bittest, die Dir eben nicht so bewusst sind.

Deine Liebe zu Dir kannst nur Du Dir wegnehmen, wenn du den inneren Verurteilungen über dich selbst Glauben schenkst und Dich von Dir trennst. Im alleine sein kannst Du lernen zu fühlen und zu hören, welche trennenden Selbstkonzepte in dir für Traurigkeit und Unruhe sorgen. Lasse sie los.

Wahre Glücksgefühle kommen aus Dir heraus, wenn Du Dir Deiner Essenz wieder mehr und mehr bewusst wirst. Und das ist die Liebe. Daraus ensteht alle Form. Daraus entsteht Begegnung im Sein.

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