Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder schon einmal die Erfahrung gemacht hat, einem anderen Menschen etwas näher bringen zu wollen und aus dem „drüber“reden durch Wortgefechte und Recht haben wollen plötzlich der Eindruck des Überredens entstanden ist.

Manchmal  packen wir es einfach unglücklich an, vielleicht einfach nur, weil wir es nicht gelernt haben. Wir möchten gehört werden und verstanden und verstehen und hören uns manchmal selbst nicht.

„Liebling, wir müssen reden!“ oder „Mama, ich möchte aber doch so gerne ein Eis!“ oder „Dieses Jahr möchte ich aber gerne mal ans Meer und in den letzten Jahren hast du dich immer durchgesetzt.“

Mit solchen oder ähnlichen Sätzen läuten wir, ob groß oder klein, vermeintlich ein Gespräch ein, in dem wir beim anderen etwas platzieren möchten, was uns wichtig ist. Das dürfen wir und die Aufmerksamkeit des anderen ist ein Geschenk, dass er uns eigentlich freiwillig geben sollte. Immerhin…wir alle teilen Lebenszeit miteinander.

Und möglicherweise ist dein Ding dem anderen nicht genauso wichtig oder vielleicht ist es nichtmal in seinem Interesse bzw. entspricht nicht seinen Werten.

Aber vielleicht ist es dir wichtig, weniger in der Sache als solches zu reden, sondern weil der Mensch dir wichtig ist und du ihn mit deiner Welt vertraut machen möchtest. Nun hast du die Wahlmöglichkeit, wie du es angehst. Zunächst einmal könntest du dir also selbst innerliches Gehör verschaffen.

Was willst du eigentlich wirklich erreichen? Wenn dir das klar ist, stellst du möglicherweise fest, das derjenige, den du ursprünglich ansprechen wolltest, gar nicht der Richtige wäre oder es gar nicht mehr nötig ist.

Ja genau.  Höre dir innerlich zuerst zu und frage dich, ob du das, was du vom anderen erwartest, vielleicht erstmal für dich selbst tun solltest oder könntest, um eine Erfahrung deiner Potentiale zu erleben.

Oder ob du vielleicht im inneren Widerstand bist und dir selbst etwas nicht erlaubst und deshalb deinen Partner, deine Eltern oder die Kollegen bzw. den Chef mit reinziehst? Versuche hier deine Verantwortung zu erkennen.

Und wenn der andere etwas entgegnet oder mal von dir möchte, könnte es auch dienlich sein, dass du es erstmal „reinlässt“, sorgfältig  betrachtest, überprüfst und dann erst ablehnst oder annimmst? Vielleicht erweitert die Sicht des anderen einfach auch dich selbst.

 

Wenn du mit dem anderen wirklich reden möchtest, weil es dir wichtig ist dich mitzuteilen und etwas in eine gemeinsame Bahn zu lenken, dann kann es förderlich sein, es dem anderen leicht zu machen, dich zu verstehen und ihn zum Gespräch wirklich innerlich willkommen zu heißen. Er tickt anders als du, auch wenn du meinst ihn zu kennen….vielleicht entdeckst du eine neue Seite, die du einfach nur für möglich halten musst, damit der andere sie dir zeigen kann.

Und dann macht es einen großen Unterschied aus, ob du dich ihm auch in seiner Welt und damit Weltsicht nähern kannst. Damit ist gemeint, der andere Mensch hat u.U. ganz andere Werte und Fähigkeiten die ihm wichtig sind. Setze also nicht alles voraus, dass dieses oder jenes dem anderen doch auch wichtig sein müsste. Vielleicht hat er diese / deine Perspektive noch nie eingenommen.

Frage ihn oder gehe für deine Interessen in deine eigene Verantwortung. Unternehme auch mal etwas für dich alleine oder mit Menschen, die dann das mit dir teilen, was dich gerade nährt.

So entsteht mit der Zeit ein echtes drüber reden, statt einem unglücklichen Überreden. Denn immerhin kennen wir alle das Phänomen, dass wir als Teenager etwas anderes wollten als unsere Eltern und wir dadurch sehr gerne an innere Widerstände kamen.

Das Verhalten tragen wir oft auch noch bis ins hohe Erwachsenenalter mit uns und lassen den anderen mit seinen Ideen und Bedürfnissen manchmal einfach nur durch diesen Widerstand nicht gelten.

Ja, es bedarf etwas Training, Erkenntnis, Inspiration, …wie geht das überhaupt, auf diese Weise anderen zu begegnen?  Und hiermit meine ich natürlich nicht jedem, aber zumindest denen, die dir sehr wichtig am Herzen liegen und Menschen, mit denen du auch täglich umgehen musst.

Es geht nur indem du bewusst anfängst, achtsam, wach und mutig bist. Lerne dich selbst über Persönlichkeitsentwicklung mehr und mehr kennen und so erweitert sich mit der Zeit dein Radius.

 

 

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